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6.2.2012 : 14:13 : +0100

Rund um die Kerwe

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Der Vernemer Kerweverein:

Einige Viernheimer Kerwefreunde fanden sich am 14.06.1995 zusammen. Den Willen, einen Verein zu gründen, bekundeten sie schriftlich:

Am 26.10.1995 wurde der Kerweverein Viernheim im Squash-Center offiziell aus der Taufe gehoben. (Es geht das Gerücht um, dass bis heute nicht alle Unterzeichner der ersten Stunde dem Verein beigetreten sind.)

Der Verein befaßt sich mit der Pflege und Wahrung des Brauchtums in Viernheim, und verfolgt das Ziel alte Viernheimer Kerwebräuche wieder aufleben zu lassen. Die Kerwe führte viele Jahre ein Schattendasein in Viernheim. Kerwe war "out": Nicht mehr als ein kleiner Rummelplatz rund ums Rathaus - allein für Kinder noch interessant. Vom Glanz der Kerwe, oder hochdeutsch Kirchweihfeste früherer Tage gibt es kaum noch Spuren: keine Tanzbälle mehr in den Gasthäusern, keine Kerwebräuche und außer einem Gottesdienst keine Erinnerungen mehr an den Ursprung des Festes, die Weihe der Kirche. Genau dies soll sich nach dem Willen der mittlerweile 180 Kerwevereinsmitglieder ändern. Ziel des Viernheimer Vereins ist es, in den nächsten Jahren die Kerwetraditionen Stück für Stück wiederzubeleben. Kulturelle Veranstaltungen, Familienausflüge, aber vor allem die Pflege des Kerwebrauchtums stehen auf dem Vereinsprogramm.

Der Kerweverein ist mittlerweile im Vereinsregister des Lampertheimer Amtsgerichts unter VR639 registriert.

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Kerwegerichte:

Saure Scheiben

Pellkartoffeln kochen, schälen und in Scheiben schneiden. Dann wird die saure Sosse gemacht. Hierfür werden 50 gr. Margarine erhitzt, mit Mehl abgelöscht und unter Zusatz von Wasser zu einer schönen Sosse verrührt (nicht zu dick, aber auch nicht zu dünn). Die Sosse wird dann mit Salz, 1 Messerspitze Nelken und Muskat sowie 1-2 Eßl. Essig abgeschmeckt. Nun nur noch die Kartoffeln dazugeben und fertig sind unsere Sauren Scheiben. Zu Sauren Scheiben schmeckt am besten frische Hausmacher Leberwurst.Alternativ dazu gibt es auch Saure Gestampfte. Hierzu die Kartoffeln durch den Wolf drehen und unter zuführen der Sosse ein Püree machen.

Kiechel

500 gr. Mehl, 40 gr. Zucker, 1 Teel. Salz in eine hohe Schüssel geben. 1 Päckchen Hefe, nach Packungsvorschrift zubereitet, beifügen und mit 1/4 l Milch, 2 Eßl. Öl und 2 Eigelb verkneten. 2 Eßl. Rum dazugeben und so lange kneten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst, dann gehen lassen. Den Teig etwa 1,5 cm dick ausrollen, mit einem umgestülpten Glas (4 bis 6 cm Durchmesser) Teigplatten ausstechen, diese zum Gehen auf ein eingefettetes Blech legen. Danach die Pfannkuchen mit der Oberseite in heißes Backfett geben, 3 Min. zugedeckt backen, die Kiechel wenden und noch mal 3 Min. backen. Anschließend die Ober- und Unterseite in Zucker wälzen.Fertig sind die Kiechel!

Riwwl-Kuuche

500 gr. Mehl, die Hälfte eines Würfels Hefe, etwas Salz, 75 bis 100 gr. Zucker, 1/4 l Milch, 150 gr. Rama-Sanella-Schweineschmalz gemischt, 2 Eigelb. Alles zu einem Teig vermengen. Den Teig auf einem Backblech Gehen lassen und gelegentlich mit einer Gabel einstechen. Eventuell den Rand mit Eigelb bräunen.In der Zwischenzeit aus 200 gr. Mehl, 150 gr. Butter, 150 gr. Zucker, 1 Prise Salz und ein klein wenig Zimt Riwwl rollen.Der Riwwl-Kuuche ist bei 220 Grad in 20 Min. fertiggebacken.

Guten Appetit!!!

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  1. 1991 - Andrea Winkel (geb. Beikert) und Stefan Winkel.
  2. 1992 - Stefanie Bradt und Michael Bugert.
  3. 1993 - Alexandra Thomas (geb. Ellrodt) und Michael Wunderle.
  4. 1994 - Silke Lauzi (geb. Kerz) und Michael Lauzi.
  5. 1995 - Simone Kiss und Peter Epp.
  6. 1996 - Klaudia Forg (geb. Probst) und Markus Forg.
  7. 1997 - Patrizia Essig und Sven Jukic.
  8. 1998 - Beate Sykora und Hans Busalt.
  9. 1999 - Maresa Throm und Uwe Eichhorn.
  10. 2000 - Judith Diesterweg und Wolfgang Ott.
  11. 2001 - Stephanie Berg und Thorsten Mauff.
  12. 2002 - Anika Wieland und Dominik Heger.
  13. 2003 - Carolin Eich und Michael Hanf.
  14. 2004 - Daniela Eich und Patrick Dreiseitel.
  15. 2005 - Katrin Wieland und Benni Adler.
  16. 2006 - Christina Leupold und Benjamin Babylon
  17. 2007Daniela Werle und Philipp Mertel

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Die Kirchweih:

Am umfangreichsten, aber örtlich verschieden, ist das Brauchtum bei der "Kerwe". Wie in anderen Orten, so lag auch hier das Kerwebrauchtum in den Händen der sogenannten Ziehungsburschen. Von ihnen wurde die Kerwe zunächst abgeholt. Zwei Burschen gingen dem Umzug voraus und gruben an der "Tränk" eine Flasche, einen grünen Kranz und einen Kuchen ein. Hinter ihnen kamen zu Fuß oder auf einem mit Tannengrün geschmückten Wagen die anderen "Ziehungsburschen", mitten unter ihnen der "Kerwepfarrer". Sie gruben die Kerwe aus und brachten sie mit Musik zum Tanzlokal. Nach einem recht eigenartigen Zwiegespräch zwischen Ziehungsburschen und Kerwepfarrer wurde der Kranz und die Flasche vor dem Lokal aufgehängt. Der Kerwebursch hielt eine Ansprache und warf zum Schluß ein Glas in die Luft, dabei sprechend:

"Wenn das Glas nicht zerbricht, dann gibt's keine reine Jungfrau nicht und ich tanz über die ganze Kerwe nicht."

In ganz früher Zeit wurde dabei ein Stück Kleinvieh geschlachtet und unter den Ziehungsburschen verteilt. Diesem Tier durfte kein Bein gebrochen werden. Als Tänze gab's Schottisch, Galopp, Rheinländer und Walzer. Besonders beliebt bei den Alten, die sich rege am Kerwetanz beteiligten, waren die Sondertänze: "Siehste net, do kimmt er!" und "Hochzeit machen is so wunderschön!" War die Kerwe vorüber, die drei Tage lang dauerte, dann wurde sie begraben. Kerweburschen zogen mit Spaten, Besen und Laternen zum Heimatort hinaus an den Heddesheimer Weg, den Kühsand oder auch an den Marktplatz und begruben sie. Es wurde ein Loch gemacht und eine Strohpuppe, oft auch nur Scherben, unter lautem Gejohle eingegraben.

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Das Kerwelied:

Melodie: "Jetzt trink ma noch äh Flascherl Woi"
Text: Thomas Lantz, Markus Forg, Michael Lauzi

In Verne ist die Kerwe schee
am Dienstag Owend geht nix mee
Am Samstag gehen ma uff die Stroß
Im Schlepptau die gonz Kerwebloß

Hollahia Ho

Der Borscht der holt soi Mädche ab
Beim Tanz, do mescht a koner schlapp
Mä feiern jetzt bis "open End"
Bis Dienstag wet net mä gepennt

Hollahia Ho

Am Montag, do gibt's Wellfleisch pur
Donoch, do geht's uff Kneipetour
Zum Abschluß noch äh Flaschel Woi
Zum Glück wird ball wia Kerwe soi

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Das Kerwegedicht:

Heit is Vernemer Kerwe
is de Vadda net zu Haus
Er gäit uff die Kerwe
sucht sich oani raus.

Wann's Kerwe is, wann's Kerwe is
do schlacht de Vadda de Bock
Do hupst de vadda, do danzt die Mudda
do wackelt de Mudda ihrn Rock.

Heit is Kerwe, morje is Kerwe,
bis de Dienschdagowed.
Wann ich zu meim Schätzl kumm
Sag ich "guden Owed, guden Owed liewi Lissabeth".

Hoscht du schun doai Bett gemacht
Noa, ich häbbs vagesse,
ich war hinam Offe ghockt
bei moam Brura Jakob.

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